Menschen, die Mut machen
 


Aktuelles aus dem Diakonischen Werk

Menschen, die Mut machen

Der Feuchter Treffpunkt für Alleinerziehende startet mit einem ganz neuen Konzept.

Die Herausforderungen, Sorgen und Probleme, die alleinerziehende Eltern oft haben, sind nicht zu unterschätzen. Die Kinderbetreuung und die eigene Erwärbstätigkeit alleine unter einen Hut zu kriegen gleicht einer Mammutaufgabe. Hinzu kommen die Termine mit diversen Behörden, Gerichten oder Jugendämtern, die oftmals nach einer Trennung beziehungsweise Scheidung unvermeidbar sind. Bei all dem Stress dann auch noch für die eigenen Rechte einzutreten, schaffen viele Betroffene nicht. In so einer Situation sei es wichtig, mit anderen Menschen darüber reden zu können, weiß Liane Krause aus eigener Erfahrung. Das Gefühl, nicht allein zu sein und andere Leute zu haben, die in einer ähnlichen Situation stecken, helfe dabei enorm weiter.

Infotreff mit Fachleuten

Eine mögliche Anlaufstelle ist dabei der Treffpunkt für Alleinerziehende in Feucht, der seit 22 Jahren besteht und am Sonntag, den 29. September, seinen Neustart feiert (wir berichteten). Die ehrenamtliche Leiterin Liane Krause will das „alte Konzept der klassischen Selbsthilfegruppe“ erneuern und sich den veränderten Lebensbedingungen von Alleinerziehenden zuwenden. Sie will einen Infotreff schaffen, bei dem Fachleute fundiertes Wissen weitervermitteln. Während der Vorträge gibt es eine Kinderbetreuung, so dass sich die Erwachsenen ganz dem Vortragsthema widmen können. Davor und danach besteht jeweils die Möglichkeit, mit den Referenten zu diskutieren, sowie Wissen und Erfahrungen auszutauschen. Die Vorträge sowie die Verpflegung mit Kaffee und Tee sind wie immer kostenlos, Spenden sind erwünscht. Ab 15 Uhr startet das Treffen am Sonntag, 29. September, im Ernestine-Melzer-Haus in Feucht. Den Anfang bildet ein Vortrag zum Thema „Wechselmodell“ von Rechtsanwalt Dr. Marc Mitzel. Es geht darum, wie Kinder getrennter Eltern trotzdem beide Elternteile regelmäßig sehen können. Dieses Modell schlägt eine Rotation zwischen den beiden Haushalten vor, sodass die Kinder Mutter und Vater zu bestimmten Terminen abwechselnd treffen können. Am 20. Oktober wird eine Fachfrau für Versicherungen zum Thema „Welche Versicherung benötige ich wirklich?“ referieren. Für die Weihnachtszeit plant Krause eine besondere Weihnachtsandacht speziell für Alleinerziehende und ihre Kinder.

Erfolge durch Lobbyarbeit

Die ehrenamtliche Treffpunktleiterin betont außerdem, dass es wichtig sei, den Alleinerziehenden eine gewisse Lobby zu bieten. Erfolge hat Krause mit ihrem Treff schon viele gehabt: Sie unterstützt Alleinerziehende dabei, dass sie ihren Alltag physisch und psychisch wieder meistern können und sich stark genug für das tägliche Leben fühlen. Auf die lange Erfolgsgeschichte blickt Krause gerne zurück. Insgesamt haben mehrere 100 Alleinerziehende das Angebot in den letzten 22 Jahren genutzt. An gut besuchten Tagen saßen schon 25 alleinerziehende Eltern zusammen an einem Tisch und tauschten sich aus. Mit dem neuen Konzept will die ehrenamtliche Leiterin des Treffs erreichen, dass die Erwachsenen mehr Wissen zu ihren eigenen Rechten und Pflichten vermittelt kriegen.

(Der Bote, 20.09.2019)

Meldung vom: 20.09.2019