Gemeinsam zu mehr Pflegern
 


Aktuelles aus dem Diakonischen Werk

Gemeinsam zu mehr Pflegern

17 Träger aus Mittelfranken und der Oberpfalz schließen sich zu „Netzwerk für regionale Pflegeausbildung“ zusammen

Um den seit Beginn des Jahres geltenden Anforderungen für Pflegekräfte jeder Couleur gerecht zu werden, haben sie zahlreiche Einrichtungen aus Mittelfranken und der Oberpfalz zu einem umfassenden Netzwerk Pflege zusammengeschlossen. Die Idee dazu stammt aus Sulzbach- Rosenberg. Bis zum Jahr 2019 wurden Krankenpflege-, Kinderkrankenpflege und Altenpflegeschüler(innen) spezifisch für ihr Berufsziel ausgebildet. Dies hat sich 2020 aufgrund des Pflegeberufegesetzes grundlegend verändert: Alle pflegenden Gesundheitseinrichtungen, Pflegefachschulen, Krankenhäuser, stationäre und ambulante Senioreneinrichtungen sowie Spezialeinrichtungen wie die Psychiatrie sind verpflichtet, ihre Pflegefachschüler generalistisch auszubilden und zu diesem Zweck in jeweilige andere spezialisierte Einrichtungen zu entsenden. Der Koordinationsaufwand dafür ist immens, berichtetKlaus Emmerich, Vorstand des Kommunalunternehmens „Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach“. Er ist deshalb froh, dass sich 17 Träger (siehe „Zum Thema“) zu einem großen Ausbildungsnetzwerk zusammenschließen konnten. Die Idee dahinter ist im St. Anna Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg entstanden, die Umsetzung erfolgte partnerschaftlichmit allen beteiligten Kooperationspartnern. Herausgekommen ist das Netzwerk Pflege Mittelfranken – Oberpfalz, das Theorie und Praxis koordiniert sowie die Ausbildung evaluiert. Denn zum 1. September 2020 sei jetzt alles anders, so Hans-Jürgen Bruhn, Schulleiter der Berufsfachschule für Pflege am St. Anna Krankenhaus. Bisher gab es spezialisierte Pflegefachschulen für Krankenpflege, für Altenpflege und für Kinderkrankenpflege. Jetzt vermittelten alle diese Bildungseinrichtungen in der Theorie die Pflege mit ihrem gesamten Spektrum: Krankenhaus, Pflegeheim, ambulante und spezialisierte Pflegeeinrichtung werden in der Theorie abgedeckt. Im praktischen Bereich hat ab 2020 jede Ausbildungsstätte (zum Beispiel stationäres Seniorenpflegeheim) ihre Schüler in alle anderen Einrichtungskategorien zu entsenden (etwa in Krankenhäuser, ambulante Pflegeeinrichtungen oder Spezialeinrichtungen). Laut Martina Bauer, Praxisanleiterin am St. Anna Krankenhaus, seien alle Einrichtungen wechselseitig auf die jeweiligen anderen Einrichtungsarten angewiesen. Schüler-Einsatzpläne werden zwischen Pflegfachschulen und Einrichtungen aller Kategorien abgestimmt – eine ambitionierte Herausforderung. Nachdem insbesondere Krankenhäuser und Spezialeinrichtungen in ländlichen Regionen „Mangelware“ sind, musste ein entsprechend großes Gebiet erschlossen werden, indem das gesamte Ausbildungsspektrum abgedeckt werden kann. Die Netzwerkpartner sind sich einig, dass sehr viel Koordinationsarbeit auf sie zukommt. Die Chancen werden insbesondere im intensiven Erfahrungsaustausch aller Netzwerkpartner gesehen. Auch erhoffen sich die kooperierenden Einrichtungen und Schulen ein steigendes Interesse am neuen Berufsbild des Pflegefachschülers. „Jeder neue Pflegefachschüler ist uns wichtig“, betonen alle Beteiligten. Pflegefachkräfte würden dringend benötigt – deshalb seien für sie diese intensiven Anstrengungen absolut notwendig. „So freuen sich nun alle Netzwerkpartner über ein gelungenes Projekt“, heißt es.

(HZ, 29.6.2020)

Meldung vom: 02.07.2020